Willkommen auf der Starboot-Team-Webseite von Johannes Babendererde und Timo Jacobs
20.12.11, This is it - Teil 2
Bei den darauf folgenden Regatten im Frühjahr 2011 in Miami und auf Mallorca haben wir nicht so richtig einen Fuß an Land bekommen. Wir hatten inzwischen eine extrem hohe Erwartungshaltung an uns selbst. Zum einen aufgrund unserer vergangenen Ergebnisse, aber auch genährt durch teils überragende Leistungen im Training.
Letztendlich waren wir zu ungeduldig geworden, wollten den Erfolg im Rennverlauf schnell, anstatt sich über die Dauer einer Regatta durch unsere Qualität durchzusetzen.
Es war Tytus der uns das und vieles mehr in unserer erneuten Zusammenarbeit nach den ersten beiden Olympiaausscheidungen vor Augen führte. Um im Segelsport erfolgreich zu sein musst du deine Hausaufgaben in allen Bereichen sowieso erfüllt haben (Geschwindigkeitsentwicklung, Strategisch-Taktischen Wissen, Handling, Fitness etc.) und dann musst du wenn es darauf ankommt (in einer langen Serie) geduldig, erwachsen, realistisch und abgebrüht sein. Herausragende Tagessiege können nicht Schaden, aber braucht es am Ende nicht.
Zur WM in Perth waren wir wieder auf der Höhe. Meist sind wir normal gestartet und haben uns dann im Rennverlauf vorne fest gebissen. Nur war das nicht ausreichend auf Grund unseres Punkterückstands nach Weymouth und Kiel und einer super Leistung von Stanjek/Kleen. Die Olympiaqualifikation haben wir nicht in Perth, sondern in Weymouth und Kiel verloren.
Nichtsdestotrotz sind wir Stolz auf unser Projekt Olympia 2012. Es war für uns beide die erste Olympiakampagne und wir haben viel erreicht und können von uns sagen, dass wir in vielen Momenten auf Augenhöhe mit den besten Seglern der Welt waren.
Was wir in der Zeit an Lebenserfahrung gesammelt und über uns selbst gelernt haben ist unbezahlbar. Davon werden wir ein Leben lang zerren können. Wir wissen was es braucht um auf dem allerhöchsten Level in egal welchem Bereich Top Leistungen zu bringen.
Wir möchten uns von ganzem Herzen bei unseren Förderern und Partnern bedanken:
Am Anfang steht der Heinz-Nixdorf Verein, der Johannes beim Umstieg aus dem Piraten das Vertrauen geschenkt hat und sich nicht gescheut hat einer unkonventionellen Segelkarriere eine Chance zu geben;
Gunter Persiehl und dem NRV Olympic Team für die gleiches zutrifft;
Thomas Müller dem wir den Sprung in den P-Star zu verdanken haben und der uns sogar noch vor Ort in Perth großartig unterstützt hat;
der Reederei Oldendorff, die Johannes die Chance gegeben hat seinen Traum zu leben und uns es uns ermöglicht hat auf dem Weg nach Perth neue Wege einzuschlagen;
Digibet; Liros; Marinepool; Deutscher Segler-Verband; Sailing Team Germany, Team Hamburg London; Stiftung Deutsche Sporthilfe; Hauke-Meyer Kopp (Athletiktrainer) vom OSP Hamburg Schleswig-Holstein; Frederik Strang für die Erstellung unserer Team Homepage; Lübecker Yacht-Club.
Unser ganz besonderer Dank gilt unseren Eltern ohne die wir gar nicht erst soweit gekommen wären.
Danke für eine fantastische Zeit!
20.12.11, This is it - Teil 1
2009: B-Kader Qualifikation
2010: B-Kader Bestätigung, Etablierung Weltspitze
2011: A-Kader Qualifikation, Gewinn Olympiaqualifikation
2012: Medaille Olympische Spiele 2012
Schon bei unserer ersten gemeinsamen Regatta, der Princess Sofia Trophy, auf Mallorca gelang uns ein überraschender vierter Platz. Weiter ging es danach mit einem Training am Gardasee mit den Segelriesen Scheidt/Prada BRA und Loof/Tilander SWE. Dieses Training wurde für uns zum „Aha-Effekt“, denn wir waren in der Lage in vielen Trainingsrennen Kopf- an Kopf mit diesen beiden Topteams zu kämpfen. Nachhaltig beeindruckt hat uns, dass diese beiden Teams (mehrfache Olympiamedaillengewinner und Weltmeister) auch im Trainingsrennen Nummer neun am achten Trainingstag voll da sind und kein Millimeter verschenkt wird. Diese Einstellung nahmen wir uns zum Beispiel.
Unser Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer guten Kieler Woche mit Platz sieben, folgte eine sensationelle Europameisterschaft in Kiel, die wir mit einem Tagessieg vor den Podiumsgewinnern von Peking 2008 und Gesamtrang 5 (bestes deutsches Team) beenden konnten. Ohne Baumniederholerriss am letzten Tag wäre es sogar eine Medaille geworden. Das erste Ziel, die B-Kader Quali, war locker geschafft.
Das nächste Highlight war die WM 2010 im Januar in Rio de Janeiro. Das erste Rennen, direkt unterm Zuckerhut, konnten wir gleich für und entscheiden und auch am zweiten Tag verteidigten wir unsere WM-Führung. Vor dem letzten Rennen lagen wir auf Rang 4, mit einem Punkt Rückstand auf Bronze. Rückblickend wichtig für uns war die Tatsache, dass wir am Ende nicht etwa die Medaille verpasst haben, weil wir zu nervös waren, sondern weil der Wind sich anders als bei einem sehr ähnlichen Tag bei der Südamerikanischen Meisterschaft entwickelte und wir schlichtweg auf die falsche Seite gesetzt hatten. Am Ende konnten wir gut mit Platz 10 leben (bestes deutsches Team). Die A-Kader Kriterien waren frühzeitig und vor Plan erfüllt.
Nach Rio kam es zu einer Trennung zwischen den deutschen Starbootteams und dem damaligen Trainer Tytus Konarzewski. Wir haben dieser Trennung nichts entgegen gesetzt was wir rückblickend für uns als groben Fehler betrachten müssen. Uns hat damals (erste Olympiakampagne) die Erfahrung gefehlt um Tytus Leistungen vor allem in der Wettkampfbetreuung richtig zu bewerten. Diese Feststellung ist keine Kritik an allem was danach kam, sondern ein Kompliment an Tytus Arbeit.
In 2010 ging es mit einer guten Europameister in Viareggio und dem Gewinn der Silbermedaille bei der Kieler Woche weiter. Aber schon zu dem Zeitpunkt begannen wir etwas unkonstanter zu segeln und es schlichen sich immer mehr „vermeidbare Fehler“ ein.
Im gleichen Jahr hatten wir das Glück Thomas Müller kennenzulernen der uns auf unserem weiteren Weg sehr unterstützt hat und es uns ermöglicht hat als eines der ersten Teams überhaupt das neue Design, den P-Star, zu testen und am Ende auch fest zu segeln.
Fortsetzung siehe "This is it - Teil 2"








